Der
Zaun um den Plötzensee.
März 2009 / Berlin. Im Berliner Bezirk Wedding liegen
die Rehberge. Zu diesem Park gehört der Plötzensee,
der von den ansässigen Berliner gerne zum Baden und im
Winter zum Eislaufen genutzt wird. An einem Ufer liegt die
Badeanstalt Plötzensee mit Strand und einigen Strandkörben.
Auf der gegenüberliegenden Seite des See befindet sich
eine Terrasse, die an manchen Abenden im Sommer zum Veranstaltungsort
von Grillpartys wird. Die meisten dieser Treffen laufen gesittet
ab. Dennoch sind sie nicht erlaubt und angesichts der Vandalismusschäden,
die einige unbesonnene Besucher während ihrer nächtlichen
Gelage der Anlage zufügen, ist das leider begreiflich.
Viele Besucher gehen aus verschiedenen Gründen
nicht in das Freibad und baden an anderen Stellen. Warum auch
nicht? Auf den Wiesen um den Plötzensee liegen Parkbesucher,
die sonnen. Das dem Freibad gegenüberliegende Ufer wird
ab Mittag bis Abends von der Sonne beschienen. Für Menschen,
die tagsüber arbeiten, und das Freibad ohnehin nicht
nutzen können, ist der (spät-)abendliche Sprung
ins kühle Nass während der heißen Sommermonate
eine willkommene Erfrischung.
2007 begann der Bezirk damit, einen großen
Teil des Seeufers mit einem stabilen Zaun zu umgeben, der
einen ungehinderten Zugang zum Ufer verwehrt. Diese Maßnahme
wurde 2008 mit der nahezu vollständigen Einzäunung
des Sees abgeschlossen. An einigen Stellen wurden Schilder
mit der Aufschrift 'Eislaufen verboten' , 'Angeln verboten'
und 'Baden verboten' angebracht.
Ein paar Uferregionen
mit Schilf, vor allem am Nordzipfel sind Brutstätten
für Vögel und bieten anderen Tieren Unterschlupf.
Soweit ich das Verhalten der Plötzsenseebesucher der
vergangenen Jahre beobachten konnte, wurden diese Bereiche
anständig gemieden. Eine Erneuerung der Zäune um
diese Bereiche und eventuell der Bojenketten im Wasser davor,
die Tret- und Ruderboote daran hindern sollen, dort hineinzufahren,
wären Aktionen, die das Verständnis der Bürger
hätten.
Aber eine nahezu komplette Einzäunung?
Wer läßt sich ernsthaft davon abhalten, den zugefrorenen
See zu betreten? Der Zaun wird die nach Erfrischung suchenden
Besucher des Parks nicht daran hindern, ein Bad zu nehmen,
wie bereits zu beobachten war. Es ist anzunehmen, das der
Zaun nach und nach demontiert wird, was mit Hilfe eines Standardwerkzeugs
einfach zu bewerkstelligen ist.
Der Plötzensee ist mir seit 1986 als gern genutzter Badesee
bekannt. Diese Möglichkeit wird (trotz Zaun) von vielen
weiterhin geschätzt bleiben, mag auch die Uferböschung
in einigen Bereichen davon beeinträchtigt werden. Berlin
hat viele Grünflächen und viele Kilometer fast unberührter
Uferzonen, so dass es auf die paar Meter wahrlich nicht ankommt.
So war es einmal:
Eishockey auf dem Plötzensee

Der ungehinderte Zugang lud im Winter zum Schlittschuhlaufen
und zum Baden ein.

6. 11. 2005. Berlin. Berlin-Mitte. Wedding. Park Rehberge

Am Plötzensee
Zaun um den Plötzsensee
Zaun am Plötzensee
Die Schilder 'Betreten der Eisfläche verboten' werden
unvorsichtige Personen nie und nimmer daran hindern, dünnes
Eis zu betreten. Und wenn der See gut zugefroren ist, warum
sollte man ihn dann nicht zum Eislaufen nutzen?
Wer mag, kann diesen Sachverhalt im Oxly Blog kommentieren:
Zaun
am Plötzensee
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