Um 1962. Zwei flotte Damen vor der Berliner Mauer am Brandenburger Tor. Der Mode entsprechend, zeigten die Damen viel Bein. Da dürften die Grenzposten auf beiden Seiten etwas zu beobachten gehabt haben.
Foto: Ausschnitt aus einer Aufnahme auf 6×6 Film aus einer Serie von Franz Baake (bei medienarchiv.com)
Im November 1989 begann der Abbau der Berliner Mauer, ein Ereignis, dessen Eintreffen bis um 9. 11. 1989 gar nicht vorstellbar war. Bauarbeiter und die sogenannten Mauerspechte zerlegten die ehemalige Grenze der DDR, den sichtbaren iron curtain, den eisernen Vorhang, der Ost und West trennte. Aus den späten Jahren der Mauer und der Zeit der Demontage stammen folgende Bilder von Thomas Gade:
http://www.medienarchiv.com/Berlin/Berliner%20Mauer/BerlinerMauer01.htm
Zwei Jahre vor dem Fall der Berliner Mauer ähnelte die DDR-Grenze vor dem Brandenburger Tor eher einem improvisiert aufeinandergeschichteten Haufen Steine.
![DeuB-MiMau1988-10[1] Berliner Mauer am Brandenburger Tor](http://www.oxly3.de/wp-content/uploads/2009/11/DeuB-MiMau1988-101-300x192.jpg)
Berliner Mauer am Brandenburger Tor
Vor dem November 1989 wurde eine Verblendung angebracht. Der Rundbogen der Mauer am Brandenburger Tor wurde oben nicht mit der abgerundeten Krone abgeschlossen sondern mit einer flachen Deckelung. Nur so war es möglich, dass sich zum Zeitpunt des Falls der Mauer viele Personen darauf aufhalten konnten.
Am 10. 11. 1989 standen viele Menschen bei strahlendem Sonnenschein auf der Mauerkrone. Es war schwierig darauf zu kommen. Man half sich gegenseitig. Erstaunlicherweise gab es trotz des Gedränges keine bekannten Unglücke durch das Herabfallen von Personen. Bilder von dem Ereignis wurden schnell als Poster gedruckt und mit dem Datum 9. 11. 1989 versehen, obwohl die ‘Eroberung’ der Mauer erst in den dunklen Abendstunden begann.
![DeuB-MiMau19891110-19a[1] Menschen auf der Berliner Mauer vor dem Brandenburger Tor.](http://www.oxly3.de/wp-content/uploads/2009/11/DeuB-MiMau19891110-19a1.jpg)
Menschen auf der Berliner Mauer vor dem Brandenburger Tor.
Das rege Interesse am Ereignis rief die Medien auf den Plan sowie geschäftstüchtige Berliner. So versorgte ein Mann das Publikum mit selbstgeschmierten Broten, die reissenden Absatz fanden. In den Tagen war alles möglich, zumal solche ambulanten Stände auf DDR-Gebiet vor der Mauer abgestellt waren, für das an der Grenze praktisch keine Ordnungsbehörde exisitierte.
Am 10. 11. 1989 war die Stimmung am Checkpoint Charly in Berlin Mitte recht gelassen. Die DDR Grenzposten guckten nicht mehr so irritiert wie am Abend zuvor. Entweder war ihr Lächeln aufgesetzt oder auch sie fanden es gut, dass die Berliner Mauer, die DDR-Grenze zwischen Ostberlin (DDR) und Westberlin (BRD), offen war. So ganz traute noch keiner der Situation. Würde der Zustand anhalten?

DDR Grenzposten (Grepos) am Checkpoint Charly
Coole Stimmung am Checkpoint Charly – 10. 11. 1989 – Berlin. Ein Wartburg und Trabbi nach dem anderen fährt über den Grenzübergang Checkpoint Charly nach Westberlin. Die Ostberliner werden von dem Spalier stehenden Publikum jubelnd begrüßt. Noch immer ist es kaum zu fassen, dass die DDR-Grenze durchlässig geworden ist.

Checkpont Charly. Einreisende Ostberliner werden jubelnd begrüßt.



