Webhosting unlimited zum Spottpreis

Wer eigene Seiten im Internet haben möchte und keinen eigenen Server betreibt, bucht den entsprechenden Speicher und die Domains bei einem Internet Provider. In der Frühzeit der privaten und kleine institutionellen oder gewerblichen Websites wurden jene mit HTML erstellt, doch in den vergangenen Jahren kamen immer mehr Lösungen auf, die auf MySQL Datenbanken basierten. Die entsprechenden Shop- und CMS-Systeme stellten zusätzliche Anforderungen an die Softwareumgebung auf den Servern der Hoster.

Die Internetprovider hatten günstige bis teure Angebote im Portfolio, die sich vor allem durch die Größe des Speicherplatzes, die Anzahl der möglichen Datenbanken, dem Traffic und der Anzahl der integrierten Adressen (Domains) unterschieden. Blicken wir mal in die in der Tarifübersicht des renommierten Hamburger Internet Providers ‚artfiles‚. Dort wird das Produkt ‚Business small‘ für 9,99 € angeboten. Im Juli 2008 enthielt es 1,2 GB Webspace, drei Datenbanken und ein Transfervolumen von 100 GB. Zusätzlich verbrauchter Traffic wurde mit 0,49 € pro Gigabyte berechnet. Im Oktober 2011 waren bereits fünf Datenbanken und 4 GB Speicher enthalten. Im Januar 2014 waren es bereits 50 Datenbanken und 30 GB Webspace, während noch im Vorjahr nur 10 GB Webspace angeboten wurden.

Artfiles. Tarife im Oktober 2011

Artfiles. Tarife im Oktober 2011. Heute wird erheblich mehr angeboten.

Der Anbieter 1&1 bot im Februar 2014 das Paket ‚Unlimited‘ im ersten Jahr für 4,99 € monatlich und danach für 9,99 € mit unbegrenztem Webspace und unbegrenzt vielen Datenbanken an. Ob 50 Datenbanken oder unbegrenzt viele, den allermeisten Nutzern wird dies egal sein, denn praktisch nutzt selten jemand diesen Spielraum, es sei denn, man bringt in seinem Paket diverse Websites unter, eventuell gar von mehreren Kunden. Heute ist dies für wenige Euro pro Monat möglich.

Sysprovide bietet bei einer Mindestvertragslaufzeit von 12 Monaten das Webpaket ‚Basic-L‘ mit 35 GB Webspace, sechs Domains inklusive und unbegrenzt vielen MySQL Datenbanken für 6,35 € monatlich an. Dieser Provider ist für seine Kunden telefonisch leicht erreichbar und kümmert sich rasch um die Lösung von Problemen. Sechs Domains inklusive machen das Angebot attraktiv, denn die anderen genannten Provider schließen nur eine ein und die zusätzlichen Adressen kosten pro Monat ca. einen bis zwei €.

Um neue Kunden an Bord zu holen, bieten die großen Hoster extrem günstige Preise für die ersten sechs oder 12 Monate an. Strato wirbt mit 0,- € für die ersten 6-12 Monate, je nach Paket. 1&1 gibt beim Buchen seines teuersten Paketes, das im ersten Jahr 9,99 € monatlich kostet, die Software Dreamweaver CS 5.5 kostenlos dazu. Wer dieses exzellente Programm zur Herstellung von Webseiten günstig erwerben möchte, sollte das Paket ‚Unlimited Plus‘ für ein Jahr buchen und rechtzeitig wieder abstellen. 120 € sind ein Spottpreis für Dreamweaver.

Tarife von Strato

Tarife von Strato

Die aktuelle Lage auf dem Markt des Webhostings kann man nicht anders als kundenfreundlich bezeichnen. Für wenige Euro pro Monat wird eine Leistung angeboten, die mehrere anspruchsvolle Webprojekte stemmt. Die wesentlichen Unterscheidungsmerkmale liegen inzwischen vor allem in der Kommunikation zwischen den Kunden und den Internetprovidern. Wer viel an Webseiten bastelt und Neues ausprobiert, benötigt einen Hoster mit leicht erreichbarem Personal, das in problematischen Situationen rasch behilflich ist. Die einschlägigen Computerzeitschriften testen regelmäßig die technische Leistungsfähigkeit der Provider und veröffentlichen die Berichte. Interessant ist stets ein Blick auf die Facebook-Seiten der Anbieter. Hier sind am ehesten kritische Meinungen von unzufriedenen Kunden zu lesen, die zur Entscheidung über einen Vertragsabschluss beitragen können. Ob man mit einem Anbieter glücklich wird oder nicht, zeigt sich erst in der Praxis. Doch ein Blick in die Websites kann zu einem entscheidenden Vorurteil beitragen. So ist die Website des häufig gelobten Internet Providers ‚hosteurope‚ einfach nur nervig durch eine ausufernde und penetrante Selbstdarstellung.

Hosteurope. Wo stehen die Preise?

Hosteurope. Wo stehen die Preise?

Ein rasches Betrachten der Tarife für Erstbesucher der Site wird behindert. Man scrollt auf einer langen Webseite bis ganz nach unten, um in einer umfangreichen Liste die Schaltfläche namens ‚Webhosting‘ zu finden. Bis dahin lenken blöde Sprüche wie „Egal ob Mit Cloud oder ohne: Wir finden die richtige Lösung für Sie“ neben einem extrem unvorteilhaft dargestellten Mitarbeiter oder ein Bild mit ‚Kundenverstehern‘, vier Herren in spießige Bürokleidung, vom eigentlichen Vorhaben ab. Auf dem weiteren Weg nach unten locken Titel wie „Die Freiheit zu wählen“, „Einleuchtend: Lösungen“ und „Cleverer: IT-Outtasking“. Die übersichtlichen und nicht selbst beweihräuchernde Websites von Sysprovide oder Artfiles führen schneller zum Ziel.

Webspace mit allem drum und dran ist sehr billig geworden. Der Markt ist hart umkämpft und derzeit ist der Kunde in einer günstigen Position.  Für das gleiche Geld bekommt er immer mehr.

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