Epson WorkForce WF-2630WF

Mein Tintenstrahldrucker war defekt. Das passierte ausgerechnet in einer Woche, in der zwei dringende Aktionen mit hohem Druckbedarf stattfanden. Ganz dringend musste Ersatz her und ich fuhr zum Mediamarkt, um einen neuen Tintenstrahldrucker zu kaufen. Erstaunlicherweise standen dort fast ausschließlich Multifunktionsgeräte, mit denen man faxen, scannen, kopieren und drucken konnte. Den Trend dahin hatte ich bislang übersehen. Solide Tintenstrahldrucker wie meine alten Pixmas von Canon gab es offenbar nicht mehr. Alternativ hätte ich einen Laserdrucker kaufen können, doch den mochte ich wegen seiner Ozonproduktion nicht haben.

Ernüchtert verließ ich den Elektronikmarkt und schaute in die Kleinanzeigen. Leider war das Angebot mau. In meiner Nachbarschaft wurde nur ein Multifunktionsgerät von Epson angeboten, das ich vorher im Media Markt für rund 90 € gesehen hatte. Der Verkäufer hatte aus einer Aktion eines Bürobedarfanbieters mehrere dieser Geräte namens EPSON WORKFORCE WF-2630WF sehr billig eingekauft. Einer seiner Bekannten hatte jedoch abgewunken und somit konnte ich dieses überzählige Gerät mit voller Garantie und Kopie der Rechnung zu einem attraktiven Preis erwerben. Mangels Alternative griff ich zu.

Epson WorkForce 2360 WF

Epson WorkForce 2360 WF

Zuhause packte ich es aus. Aus der Plastiktüte herausgenommen, mussten zunächst an mehreren Stellen transparente blaue Klebestreifen abgezogen werden, die ein Verrutschen von beweglichen Teilen während des Transports verhindert hatten. Die leichte Bauweise, an manchen Stellen mit Materialstärke, die an Joghurtbecher erinnerte, wirkte nicht gerade vertrauenerweckend.

Gemäß Handbuch schloss ich es an und erhielt prompt eine Fehlermeldung: Scannerfehler 00. Es sollte neu gestartet werden und falls das Problem wieder auftauchte, musste man das Gerät einschicken. Mehrmals schaltete ich das Gerät ein und erhielt stets die gleiche Fehlermeldung. Na, super! Ich konnte nicht drucken, weil der Scanner in dem Gerät nicht funktionierte.

Ich rief bei Epson an und bekam eine Kundennummer. Laut der Erklärung des Gesprächspartners sollte ich auf ein E-Mail warten, in dem mir das weitere Procedere mitgeteilt wurde. Ich verstand die Erläuterung so, dass es mehrere Tage dauern konnte, bis ich dieses E-Mail bekam. Die Zeit verstrich und ich rief erneut beim Kundendienst an. Diesmal sagte mir ein Herr, dass ich nicht auf ein E-Mail warten musste, sondern die entsprechenden Erläuterungen auf einer bestimmten Seite bei auf der Website von Epson standen. Wunderbar, konnte man das nicht gleich verständlich erklären? Es gab widersprüchliche Informationen zu der Frage, ob man die Tintenpatronen im Drucker belassen sollte oder vor einem Versand herausnehmen sollte. Der Mann am Telefon sagte mir, dass ich sie zu entnehmen waren. Ich verpackte das Gerät und schickte es zu Epson. Nach einigen Tagen erhielt ich es zurück und stellte fest, dass auf dem beiliegenden Zettel eine Zustandsbeschreibung des Gerätes stand. Angeblich war es im Zustand C mit Kratzern eingeliefert worden.

Wie bitte? Ich hatte das niegelnagelneue Gerät gerade einmal ausgepackt, war sorgfältig damit umgegangen und hatte die Fehlermeldung bekommen. Danach stand es bis zum Versand unberührt und vor Staub geschützt unter einem Tuch. Wie konnte dieses nagelneue Gerät vom Zustand her als C bewertet werden und nicht mit A?

Nach dem erneuten Auspacken schloss ich das Gerät wieder an und diesmal kam keine Fehlermeldung. Ich holte die in Frischhaltefolie eingepackten Patronen aus dem Kühlschrank, um sie wieder in den Drucker einzusetzen. Nach dem Öffnen der Klappe sah ich jedoch, dass im Druckkopf eine Patrone steckte. Doch der Schlitten fuhr nicht heraus, deshalb konnte ich die anderen Schächte nicht sehen. Beim Versuch, einen Text zu drucken, kam nur ein weißes Blatt Papier heraus. So nahm ich an, dass der Epson Service Dummys zum Schutze des Druckkopfes eingesteckt hatte.

Deshalb wollte ich die Patronen austauschen. Von anderen Tintenstrahldrucker damit das Procedere folgendermaßen bekannt: Man öffnete die Klappe und der Patronenhalter fuhr heraus. Nicht jedoch bei diesem Gerät. Man muss sich durch das Setup Menü hangeln. Beim Herausziehen der Patronen merkte ich, dass in ihnen Flüssigkeit gluckerte. Sie waren nicht leer und der Drucker meldete auch nichts dergleichen. Warum druckte er nicht?

Ich schüttelte die einzelnen Patronen, setzte sie erneut ein und veranlasste über das Setup-Menü eine Druckkopf-Reinigung. Danach kam ein ordentlicher Ausdruck heraus. Es folgten zwei gute Din A4 Farbdrucke. Ein Schwarzweißdruck geriet unscharf. Danach meldete das Gerät, dass ein Tintenpatronenwechsel fällig war. Ich konnte nicht erkennen welche und tauschte deswegen alle aus. Dazu nahm ich die bereits einmal eingesetzten Setup-Patronen, mit denen noch keine einzige Seite gedruckt wurde. Aber das Gerät meldete hartnäckig weiter, dass ein Tintenpatronenwechsel stattzufinden hatte.

Versuchsweise schaltete ich es aus und nach einer Weile wieder ein. Die Aufforderung zum Patronenwechsel war verschwunden.

Fazit: Von diesem Multifunktionsgerät kann ich nur abraten, wenn man darauf angewiesen ist, dass ein Drucker funktioniert. Diese Technik mag in Haushalten, in denen die jeweiligen Funktion nur selten gebraucht werden und die Eigentümer die Zeit haben, sich mit seiner fummeligen Bedienung auseinanderzusetzen, Freunde finden, doch aus meiner Sicht ist es Schrott. Schade ums Geld und um die Zeit, die man dafür vergeudet.

2 Antworten auf Epson WorkForce WF-2630WF

  • Brinkmann

    Ich habe auch ein solches Gerät, beim letzten Patronenwechseln ist nach ca. 2 Jahren plötzlich der Stift im Druckkopf abgebrochen, was vorher noch nie passiert war. Neuen Drucker gekauft, gleiches Fabrikat und Typ. Patronenwechsel nach ca. 1 Monat, promt brach wieder wie bei erstenmal der Stift der schwarzen Patrone ab.
    Habe vorher einen Canon 6 Jahre gehabt, war sehr zufrieden, leider gibt es den nicht mehr.

  • Sigrun

    Wir hatten ein ähnliches Gerät von Epson. Es hat nicht lange gehalten.

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