Fotoarchiv Gade

1968. Afghanistan. Reisefotos einer deutschen Urlauberin

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1968 unternahm eine Deutsche Frau eine längere Urlaubsreise durch den Orient. Das ging recht bequem mit rotel tours in Reisebussen mit Schlafmöglichkeiten und Verpflegung. Ihre Dias zeigen Bilder aus der Türkei, Iran, Afghanistan, Pakistan und Indien. Zum Bestand gehört ein Stapel Dias, der laut Beschriftung Pakistan zugeordnet ist. Die Bilder stammen aus Punjab, einer Region, die teilweise zu Indien und zu Pakistan gehört. Die namentlich genannte Stadt Amritsar liegt in Indien keine 20 km von der pakistanischen Grenze entfernt. Einige Jahrzehnte später erschien so eine Reise kaum noch vorstellbar.

Auf sechs Seiten werden hier ihre Fotos aus Afghanistan gezeigt. Von 1979-1989 kämpfen Soldaten der Sowjetunion in Afghanistan gegen die Mudschahedin, die eine Säkularisierung des Landes ablehnten. Nach dem Abzug der sowjetischen Truppen folgte ein Bürgerkrieg bis 2001. Dann besetzte eine internationale Sicherheitsunterstützungstruppe (ISAF / International Security Assistance Force) Afghanistan mit dem Ziel, die Afghanischen Staatsorgane und vor allem die Afghanische Nationalarmee bei der Schaffung und Aufrechterhaltung einer Sicherheit zu unterstützen.
2021 zogen letzten ISAF Truppen, woraufhin die fundamentalistisch muslimischen Taliban, vormals Mudschahedin genannt, innerhalb kürzester Zeit und nahezu kampflos in Afghanistan die Kontrolle übernahmen.

Davon war 1968 nichts zu ahnen. Afghanistan zog Touristen aus der Hippie-Szene an, aber auch andere reisefreudige Globetrotter, die exotische Ziele ansteuerten. Es gab Unternehmen mit speziellen Bussen mit Schlafmöglichkeiten, die solche Reisen anboten.


Foto: Afghanistan-1968-059
1968. Asien. Afghanistan. Bauer mit Ochsengespann beim Pflügen eines Feldes. Landwirtschaft

Ackerbau in karger Landschaft. Die vegetationsarme Boden im Gebirge erweckt nicht den Eindruck, besonders gut zum Anlegen von Feldern geeignet zu sein. Auf den Fotos sind Wälle aus Steinen zu sehen, die offenbar von den Feldern weggeräumt wurden, um sie überhaupt bestellen zu können. Nur im Tal, durch das ein Fluss fließt, sind Sträucher und Bäume zu sehen sowie auch grüne Flächen. Auf den darüber liegenden Anhöhen wächst weit und breit kein Baum und ist überwiegend der blanke Boden sichtbar. Es ist gut vorstellbar, dass diese Berge während des Winters schneebedeckt sind und bei Tauwetter große Wassermengen herabfließen, wobei es wohl auch zu Gerölllawinen und Hangabrutschungen kommt.


Foto: Afghanistan-1968-060

1968. Asien. Afghanistan. Bauer mit Ochsengespann beim Pflügen eines Feldes. Landwirtschaft


Foto: Afghanistan-1968-061
Afghanischer Bauer mit Ochsen an einem primitiven, selbst gebastelten Pflug.


Foto: Afghanistan-1968-062

Bauer mit Ochsengespann beim Pflügen eines Feldes in karger Landschaft. Landwirtschaft. Vergleichsweise wären Bilder interessant, die das Ergebnis der landwirtschaftlichen Arbeit während der Erntezeit zeigen. Anhand dieser Fotos scheint es nämlich kaum glaubhaft, dass hier überhaupt ein Bewuchs möglich ist. Aber wovon sonst sollten die Menschen dort leben?


Foto: Afghanistan-1968-063

Afghanistan. Bauer mit Ochsengespann beim Pflügen eines Feldes. Landwirtschaft


Foto: Afghanistan-1968-064

1968. Asien. Afghanistan. Mann. Reiter auf einem Dromedar neben einem Auto auf einer Straße im Tal. Hier stehen einige Bäume, die auf vielen anderen Fotos aus der Region nicht zu sehen sind.


Foto: Afghanistan-1968-065

1968. Asien. Afghanistan. Europäische Touristen, die aus einem Auto ausgestiegen sind, fotografieren den Reiter auf seinem Dromedar. Es handelt sich um zwei Damen ohne Kopfbedeckung, die das zwanglos machen und offenbar akzeptiert werden.


Foto: Afghanistan-1968-066

1968. Asien. Afghanistan. Mann. Reiter auf einem Dromedar auf einer Sandpiste in einem Tal zwischen Gebirgszügen.


Foto: Afghanistan-1968-067
Schnee in den Bergen. Zwei Männerauf einer Straße in einem Tal zwischen Gebirgszügen. Auf dem Feldern liegt noch Schnee. Wir haben keine genauen Datumsangaben, die Auskunft über die Jahreszeit erteilen. Restliches Laub an Sträuchern und Bäumen auf manchen Fotos dieser Serie deutet auf das Nahen des Winters hin. Im Hintergrund ist ein Dorf zu sehen, dessen lehmfarbene Häuser dicht gedrängt an einer steilen Bergflanke gebaut sind. Warum stehen sie nicht im Tal auf ebeneren Grund? Möglicherweise wegen Hochwassers durch das Tauen größerer Schneemassen aus den Bergen.


Foto: Afghanistan-1968-068

Die Straße sieht aus, als ob sie regelmäßig von Kraftfahrzeugen befahren wird. Die einheimischen scheinen jedoch zu Fuß, auf Eseln und Dromedaren unterwegs zu sein. Hohe Lehmwälle um Grundstücke werfen die Frage nach ihrem Sinn auf. Gegen wen sollen sie schützen? Vielleicht gegen wilde Tiere? In Afghanistan zählen dazu Schneeleoparden, Schakale, Hyänen, Wölfe und Braunbären.


Foto: Afghanistan-1968-069
Neben festen Behausungen dienen auch Jurten als Unterkünfte.


Foto: Afghanistan-1968-070


Foto: Afghanistan-1968-071

Dieses Foto zeigt Gebäude am Fuße einer Bergflanke. Das Geröll aus teilweise großen Steinen auf der schrägen Fläche lässt vermuten, dass es hier zu Steinschlag und Gerölllawinen kommt, die sicherlich nicht ungefährlich sind.


Foto: Afghanistan-1968-072


Foto: Afghanistan-1968-073

Gebirge. Die Erosion nagt an den Bergflanken, deren Oberflächen schroff wirken. Offenbar sind die ruinösen alten Gebäude längst aufgegeben worden und nur noch Zeugnisse vergangener Aktivitäten.

Alle Fotos:    Konvolut 2006 Frau © Fotoarchiv Gade

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