Fotoarchiv Gade

Über Fotoarchiv Gade / medienarchiv.com

Fotoarchiv im Internet

Seite 2 © Thomas Gade

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Wie diese Website entstand

1999 meldete ich die Domain medienarchiv.com an. Daraus entstand allmählich eine umfangreiche Fotoausstellung im Internet. Bis August 2021 hieß die Website medienarchiv.com und wurde dann umbenannt in Fotoarchiv Gade. Wie kam es zu dieser Website?

In den späten 1990ern wollte ich lernen, wie man Websites erstellt. Da ich häufig fotografiere und fotografische Nachlässe sammle, war ein Thema vorhanden, das mich wirklich interessierte und somit auch motivierte.

Von 1993 bis 2011 leitete ich viele Arbeitsbeschaffungsprojekte. Eine ganze Reihe unterstützen Berliner und Brandenburger bei der Archivierung und Digitalisierung von Fotos. Das Arbeitsamt (später Jobcenter) beabsichtigte auf diese Weise, die Teilnehmer durch eine reale Beschäftigung und Schulungen für zukünftige Aufgaben zu qualifizieren. Anfangs bildete die EDV nur einen experimentellen Bereich neben Arbeiten im konventionellen Fotolabor. Innerhalb weniger Jahre verlagerte sich der Schwerpunkt jedoch hin zum Computer, weil gute EDV-Kenntnisse in vielen Berufen unabdingbar wurden. Das setzte nicht nur einen Lernprozess in den Projekten voraus, sondern auch die Beschaffung der nötigen Technik und Überzeugungsarbeit in den Museen, die für die Digitalisierung zu gewinnen waren.

Die großen Verlage waren den Museen um Jahre voraus. Viele Führungskräfte in den staatlichen und landeseigenen Archiven sahen in der Digitalisierung zunächst nur eine lästige Herausforderung, auf die sie gar nicht vorbereitet waren. Ihnen fehlte qualifiziertes Personal. In nicht wenigen Archiven versucht man diese Entwicklung aufzuhalten und nicht selten wurden innovative Mitarbeiter, die der neuen Technik positiv gegenüberstanden, in den 1990ern von Vorgesetzten und lernfaulen Kollegen behindert. Die ablehnende Haltung entsprang nicht nur der eigenen Inkompetenz, sondern wurde auch aus der Ahnung genährt, dass digitale und über das Internet einsehbare Sammlungen die Wichtigkeit ihrer Hüter schmälerten. Dass man zukünftig nicht mehr in betreffenden Archiven vorstellig werden musste, sondern auf die gewünschten Daten auf mobilen Datenträgern und im Internet Zugriff haben würde, kratzte am Ego damaliger wichtiger Leute. Hemmend waren außerdem die horrenden Preise für EDV-Technik und Software, Schulungen und Speichermedien.

Die Website medienarchiv.com (ab 2000 auch  photoinfos.com) war durch seine HTML-Seiten online und offline präsentierbar und somit nützlich in der Überzeugungsarbeit in den Archiven sowie auch zur Schulung meiner damaligen Mitarbeiter.



Erste praxistaugliche Programme

Im November 1998 brachte Nikon die Coolpix 990 für 2500 DM heraus. Das war eine digitale Kamera mit 3,3 Megapixeln. Diese Anzahl mag inzwischen lächerlich erscheinen, doch reichte sie tatsächlich für gute Ausdrucke auf DIN A4. Bis dahin waren die Akkus digitaler Kameras oft schon nach 20 Fotos leer. In der Nikon Coolpix 990 hielten sie länger. Sie hatte ein 3x-Zoomobjektiv, dessen Brennweite mit einem 0,6x Weitwinkelkonverter verkürzt oder mit einem 2x und 3x Telekonverter verlängert werden konnte. Zum Erfolg der Coolpix 990 trug ihre erstaunliche Makro-Fähigkeit bei. Man konnte sich den Motiven bis auf 2 cm nähern. Das war spektakulär, weil die damaligen analogen Kamerasysteme dies nur mit spezieller Makrotechnik ermöglichten.

Webassistent für Fotoalben in FotoStation

Bedeutender als die Kamera selbst, war für mich die zum Lieferumfang gehörende Bildarchivierungssoftware FotoStation 4.0 von FotoWare. Sie glänzte mit einem exzellenten IPTC-Editor und hervorragenden Assistenten zum Erstellen von Webseiten. Man konnte ihn für eine Auswahl Fotos starten, um HTML-Seiten mit Bildübersichten und größeren Einzelansichten inklusive Anzeige der eingebetteten Bildbeschriftungen zu erhalten. Ähnliche Funktionen führten auch andere Bildbetrachtungsprogramme ein, jedoch nicht mit so großem Funktionsumfang und ohne ein editierbares Skript zur Anpassung der Parameter.


Dreamweaver von Macromedia

Macromedia hatte 1997 das Website-Programm Dreamweaver für Mac OS herausgebracht. 1998 folgte eine Version für Windows. Bereits im Dezember 1999 erschien die Version 3.0 und war hervorragend. Der Softwaregigant Adobe merkte das auch und schluckte Macromedia, um sein eigenes Produkt, GoLive, zu ersetzen. Die Version 8.0 (2005) war die letzte von Macromedia vor dem Wechsel zu Adobe und wurde vom Hoster Strato gratis an seine Internet Kunden verteilt.


Mit Dreamweaver und FotoStation bekam ich 1999 die nötigen Werkzeuge für meine Websites. Noch immer arbeite ich am liebsten mit diesen Programmen, wenngleich mit späteren Versionen. Im Kreise der Website-Macher verlor Dreamweaver nach 2010 allmählich seinen guten Ruf. Man setzte immer mehr auf Content-Management-Syteme, während Dreamweaver für klassische HTML-Seiten konzipiert war, die innerhalb einer Website auf Templates beruhten. Ich habe einige Websites, die auf WordPress basieren, aber die klassischen HTML-Seiten sind mir für den größten Teil von medienarchiv.com lieber als dynamische CMS-Webseiten oder Bilderdatenbanken, die immer wieder von Updates betroffen sind.

Eigene Bilderagentur im Internet?

Als Student hatte in Fotoagenturen gejobbt. Inspiriert davon, stellte sich die Frage, ob ich meine Fotos über eine eigene Website vermarkten konnte. Vielleicht ergab sich daraus eine Einkommensquelle, bzw. eine berufliche Alternative.

Allerdings dauerte das Scannen der Fotos damals zu lange. Speichermedien, Computertechnik und Webspace waren teuer. Je mehr die Preise sanken und sich die Leitungsfähigkeit aller Komponenten verbesserte, desto größer wurde die Konkurrenz. Ab 2005 wurden analoge Spiegelreflexkameras durch digitale ersetzt. Das sorgte dafür eine Flut digitaler Fotos und ab 2010 war klar, dass eine Website wie medienarchiv.com in einem dramatisch veränderten Bildermarkt keine realen wirtschaftlichen Chancen mehr bot. Immer mehr billige (pennystock) oder kostenlos Fotos erschienen im Internet. Damals wurden auch Bilder aus dem Internet geklaut, was das Zeug hielt. Man ahnte noch nicht, dass viele urheberrechtliche Verstöße später durch die Rückwärtssuche von Google aufgedeckt wurden. Zeitweilig stand die weitere Existenz dieser Website auf der Kippe.
Wären nicht die Preise für das Hosting von Websites stark gesunken, gäbe es sie wohl nicht mehr. Einige Jahre hatte sie mir beruflich Punkte eingebracht. Nach 2011 verlor sie diesbezüglich zunächst an Bedeutung. Ein Jahr später gelang mir der freiberufliche Einstieg in den Journalismus mit Fotografie/Fototechnik als Schwerpunktthema. Daraufhin wurde diese Website für mein Renommee hinsichtlich angrenzender Themen interessant.

Dynamische Bilddatenbanken

Neben den herkömmlichen HTML-Seiten experimentierte ich hier auch mit verschiedenen Datenbanksystemen, wie Coppermine oder Pixtacy. Sie bieten gewisse Vorteile, zum Beispiel Suchfunktionen, benötigen aber viel Aufmerksamkeit, Pflege und Updates, die konventionelle HTM-Seiten nur einmal bei der Einführung des Zwangs zum mobilen Content erforderten. Datenbanken erfüllten nie ihre Versprechen hinsichtlich einer automatisierten Vermarktung von Fotos, die schon aufgrund der Gesetzeslage immer riskanter wurde. Auch ist die Gestaltung der sichtbaren Oberfläche von Datenbanken komplizierter als bei HTML-Seiten. Ferner sind Fehler, die nie völlig zu vermeiden sind, in einer HTML-Website einfacher zu identifizieren und zu korrigieren als in Datenbanken und in den mit ihnen verknüpften Programmen.

Noch gibt es auf dieser Website eine Bilddatenbank basierend auf Coppermine, die nicht gelöscht wurde, weil Suchmaschinen auf Ergebnisse darin verweisen. Aber lieber lagere ich kleinere Konvolute auf separate WordPress-Websites mit WP Photo Album Plus (WPPA+) aus und halte medienarchiv.com frei davon.


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