Farbiger Mikrokosmos / Franz Baake
2025 © Thomas Gade
Schillernde Farben und spannende Formen in Alltagsprodukten
Franz Baake (1931–2025) war ein deutscher Filmemacher, Fotograf und Autor. Er lebte in Berlin und interessierte sich unter anderem für Astronomie, Psychologie und Heilkunde. Zwischen Ende der 1950er-Jahre und den 1970er-Jahren arbeitete er als Regisseur für verschiedene Filme von United Artists. Von 2000 bis 2010 fotografierte er zahlreiche haushaltsübliche Stoffe mithilfe einer analogen Spiegelreflexkamera am Mikroskop. Dabei setzte er polarisiertes Licht und die spezielle Beleuchtungstechnik des Mikroskops ein, um eindrucksvolle Farbeffekte zu erzielen.
Franz Baake verstarb im Jahr 2025. In den Jahren zuvor hatte er mich mehrmals gefragt, ob ich seine Mikroskopbilder übernehmen wolle. Er nahm an, dass seine Erben kein Interesse daran hätten. Zu seinen Lebzeiten kam es jedoch nicht zu einer Übergabe. Nach seinem Tod überließen mir seine Kinder schließlich das Material.
Analoge Fotos durch das Mikroskop

Das Konvolut bestand aus einer Kiste voller Auftragstaschen, mehreren Ordner mit Dokumenten und Fotos in Klarsichthüllen, dazu einige Behälter mit weiteren Abzügen und CDs/DVDs. Das Gesamtgewicht betrug rund 40 Kilogramm.
Es umfasste rund 100 Kleinbildfilme mit jeweils bis zu 36 Aufnahmen. Sie steckten mitsamt vieler Abzüge (meist im Format 13 x 18) in Auftragstaschen zur Filmentwicklung. Ein Film enthält Reproduktionen bereits aufgenommener Bilder. Aber die anderen 99 Filme zeigen jeweils neue Motive am Mikroskop. Dazu führte er genaue Notizen, sodass nachvollziehbar ist, was konkret aufgenommen wurde. Die meisten Filme wurden vollständig genutzt, sodass 36 Fotos zustande kamen. Im Ausnahmefall kam es auch mal zu Aufnahmen aus dem häuslichen Bereich, zum Beispiel von seiner Küche oder einem Bücherregal. Warum diese Bilder entstanden, ist unklar. Vielleicht sollten sie eine Grundlage für den Weißabgleich der Mikro-Fotos bieten. Aufgrund von Belichtungsreihen gab es pro Film nur etwa 5–10 unterschiedliche Motive, insgesamt also rund 750 verschiedene. Die Auftragstaschen befanden sich in einem Pappkarton etwa in der Größe einer Bananenkiste und wogen insgesamt über 18 Kilogramm.
Hinzu kamen drei große Umschläge mit Negativen und 20 × 30 cm Abzügen, zwei Behälter mit weiteren Abzügen im Format 13 × 18 sowie kleinere Prints (9 × 13 und 10 × 15). Außerdem lagen drei DIN-A4-Ordner voller Klarsichthüllen mit 20 × 30 cm Prints bei. Ein weiterer Ordner enthielt Unterlagen aus einer Kooperation mit einer Künstlerin, die Damenbekleidung mit Mikoskopbildern von Franz Baake herstellte, mit Fotos von Models in ihren Kleidern und digitalen Studien. Zusätzlich gab es 51 CDs und DVDs.
Erschließung analoger fotografischer Nachlass
Die Mikroskopaufnahmen von Franz Baake sind ein anschauliches Beispiel für ein analoges Konvolut, das systematisch erschlossen und für die dauerhafte Aufbewahrung vorbereitet wird. Das Verfahren lässt sich ebenso auf andere Bestände übertragen.Beim Sichten und Aufarbeiten wird das analoge Material – einschließlich Hüllen und älterer Datenträger – nach Möglichkeit verdichtet, um Volumen und Gewicht zu reduzieren. Redundante Materialien und überflüssige Behältnisse werden dabei ausgesondert.
Zentral bleibt die Sicherung der ursprünglichen Negative. Diese werden in transparente Polypropylenhüllen überführt. Für die primäre Digitalisierung kommt ein Epson Expression 10000 XL (bzw. die Nachfolgemodelle 11000 XL, 12000 XL und 13000 XL) mit DIN-A3-Scanfläche zum Einsatz. Die Hüllen mit den Negativen werden direkt auf die Glasplatte gelegt und mit 2400 DPI gescannt. So entstehen digitale Kontaktabzüge, angelehnt an die klassischen Kontaktabzüge aus dem Fotolabor.
Abzüge bis zum Format 13 × 18 cm lassen sich effizient mit einem Dokumentenscanner mit automatischem Einzug verarbeiten. Falls die Herstellersoftware nicht ausreicht, bietet VueScan eine leistungsfähige Alternative.
Die Auftragstaschen, Einlegeblätter der CD/DVD-Hüllen sowie die Datenträger selbst werden mithilfe einer digitalen Systemkamera an einer Reprosäule fotografisch dokumentiert.

In einem Ringordner befanden sich handschriftliche Notizen und getippte Verzeichnisse zu den Motiven, quasi analoge Metadaten. Darin sind auch die Belichtungszeiten vermerkt. Hinweis: Blenden sind am Mikroskop nicht verstellbar.
Die Blätter aus dem Ringordner wurden mit einem Dokumentenscanner digitalisiert. Die Notizen liegen als PDF Datei vor. Es ist geplant, die ebenfalls digitalisierten Indexprints an den betreffenden Stellen einzufügen.
Fast zuviel
Als mir das goße Volumen und Gewicht erstmals nach dem Tod von Franz Baake bewußt wurde, war ich kurz davor, abzuwinken. Ich war mit der U-Bahn dorthin gefahren und schleppte die schweren Auftragstaschen (18 kg) in zwei Tragetaschen zurück. Die Kinder von Franz Baake brachten mir einige Wochen später mit dem Auto einen Umzugskarton mit den anderen Sachen. In seiner Wohnung gab es noch weitere dicke Stapel mit Abzügen und viele gerahmte Bilder. Die konnte/wollte ich nicht übernehmen. Vermutlich sind die Abzüge entsorgt worden und ev. sind einige der gerahmten Bilder woanders neu aufgehängt worden.Komprimieren und digitale Kontaktabzüge erstellen
Nach der Übernahme verfolgte ich vorrangig zwei Ziele: Verringern des Volumens durch Sichten und Entsorgen überflüssiger Teile sowie die Anfertigung digitaler Kontaktabzüge von den Negativen.
Zum Konvolut gehörten auch 51 CDs/DVDs. Sie enthielten nicht nur die Mikrofotos, sondern auch politische Collagen, die Baake ab etwa 2014 als Nachfolgeprojekt erstellt hatte, sowie einige Auftragstaschen mit den dazu gehörigen Negativen.
Die Datenträger steckten in dünnen Hartplastikhüllen, die aufgetürmt einen ca. 30 cm hohen Stapel ergaben. Sie wurden in ein spezielles Verzeichnis kopiert und zwar jeweils in eigene Unterordner mit den ursprünglichen Bezeichnungen der Datenträger. In den Hüllen befanden sich zudem Indexprints mit handschriftlichen Notizen und Datumsangaben, viele aus dem Jahr 2010 im Zusammenhang mit der Kleidungsproduktion von Szvath. Damit diese Informationen nicht verloren gingen, scannte ich auch die Einlageblätter und die Datenträger selbst. Insgesamt umfassten die digitalisierten Mikroskopbilder nicht mehr als 5,6 GB.
Gewicht der Datenträger: 51 Hüllen = 2,5 kg, 51 CD/DVD = 0,79 kg
Eine Auftragstasche mit Indexprint, Negativen und dazu gehörigen Prints.
Alle Auftragstaschen wurden gescannt, um die darauf vermerkten Notizen zu sichern. Danach löste ich die aufgeklebten Indexprints ab und scannte sie nochmals mit 800 dpi.

Auf den Indexprints oder Abzügen sind die Unterschiede aus einer Belichtungsreihe oft nicht zu erkennen, weil Color-Negativfilm einen großen Spielraum für Unter- und Überbelichtungen bietet und die automatische digitale Bildbearbeitung beim Erstellen der Bilder Helligkeitsunterschiede ausgleicht, wodurch die Prints einer Bilderserie oft kaum voneinander zu unterscheiden sind.
Alle Negative wurden in spezielle Polypropylenhüllen gesteckt und in DIN-A4-Ordnern abgeheftet. Anschließend scannte ich sie mit einem DIN-A3-Flachbettscanner von Epson mit 2400 dpi. Die entstehenden 48-Bit-TIF-Dateien hatten Größen von 3–4 GB mit 450–600 Millionen Pixeln. Solche Dimensionen sind ungewöhnlich, erlauben aber eine nahezu formatfüllende Zoom-Ansicht (100%) einzelner Bilder auf einem 4K-Display. Dafür benötigt man leistungsstarke Computer mit mindestens 32 GB RAM und guter Grafikkarte. Da der Weißabgleich beim Scannen mehrerer Filmstreifen nicht automatisch für die einzelnen Aufnahmen erfolgt, war jeweils eine Bildbearbeitung nötig, die auf schwächeren Computern kaum ginge. Auch Bild-Verwaltungsprogramme stoßen bei solchen Dateigrößen an ihre Grenzen. Deshalb erstellte ich nach der Bearbeitung zusätzliche JPG-Kopien mit 8-Bit Farbtiefe und außerdem Versionen in geringerer Auflösung, die ein schnelles Sichten des Bestandes zu ermöglichen.
Erst beim Betrachten der Negative oder Kontaktabzüge (digital erstellt per Flachbettscanner) wird deutlich, dass es sich um Belichtungsreihen von dunkel bis hell handelt. Baake hatte selber keine Kontaktabzüge. Bemerkenswert ist, dass im gesamten Werk kaum misslungene Aufnahmen zu finden sind. Dies belegt Baakes tiefes Verständnis für Optik, Lichtführung, Fototechnik und Motivwahl.

Dank der ausgleichenden Bildautomatik beim Erstellen der Prints im Labor von den Color-Negativen sehen die Bilder einer Serie fast gleich aus. Meisten ist nicht erkennbar, welches ursprünglich knapper oder stärker belichtet wurde. Eine Zuordnung zum konkreten Negativ war nur dann möglich, wenn die am Filmrand erkannte Bildnummer auf die Rückseite des Prints gedruckt wurde. Leider wurde das nur bei wenigen Bildern gemacht. Beim Sichten sämtlicher Abzüge wurden deshalb viele redundante Bilder aussortiert.
Ausschuss! Es genügte, jeweils ein gutes Exemplar zu behalten, aber viele Abzüge lagen doppelt und dreifach nahezu gleichartig vor. Entscheidend sind jedoch vor allem die originalen Negative und optimale Scans. Deshalb genügte pro Motiv ein Print, die anderen wurden zur besseren Übersicht und zum Platzsparen entsorgt.

Alleine die leeren Auftragstaschen (97 Sück) mit den ursprünglichen Hüllen der Negative wogen 2,5 kg.
Die drei Ordner mit 20 × 30 cm Abzügen in Klarsichthüllen wurden aufgelöst. Dabei zeigte sich, dass viele Bilder im großen Format weniger überzeugten als die 13 × 18 Prints. Direkte Abzüge vom Negativ hatten nicht die Schärfe optimierter Scans. Außerdem gab es zahlreiche doppelte und dreifache Exemplare. Auch hier wurde redundantes Material entsorgt. Die verbliebenen Abzüge wurden den Hüllen entnommen und als Stapel in eine 4,5 cm hohe Archivbox gelegt.
Gute Bilder zerreißen und ab in die Mülltonne!
Das Aussortieren unwichtiger, aber auch guter und dennoch redundanter Bilder fällt vielen Archivaren in Museen schwer. Doch übertriebene Zurückhaltung führt in der Praxis oft dazu, dass fotografische Nachlässe gar nicht erst erschlossen werden. Damit ist niemandem geholfen.Ein Beispiel sind die Mikroskopfotos von Franz Baake. Der Stapel der ausgesonderten Prints erreichte eine Höhe von rund 50 cm und brachte über 12 kg auf die Waage. Das konsequente Entsorgen überflüssigen Materials erleichtert den Umgang mit dem verbleibenden Bestand und ermöglicht eine effizientere Bearbeitung mit klarem Fokus auf das Wesentliche.

Nach dem Sichten, Aussortieren und dem Kopieren der CD/DVDs auf ein gemeinsames Speichermedium verbleiben nur noch drei Ringordner mit Negativen und den Notizen von Franz Baake, drei Kartons mit Abzügen sowie eine Mappe mit Unterlagen. Sie wiegen ca. 12,5 Kilogramm. Die beiden Pappkartons sieht man auch auf der Gesamtansicht vom ursprünglichen Konvolut links unten.
Perspektive: Eine zusätzliche Möglichkeit zur Verdichtung besteht darin, die Bilder auf dünnem, hochwertigem Papier als Index auszudrucken, etwa mit vier bis sechs Fotos pro Blatt. Dadurch ließe sich die Übersichtlichkeit erhöhen und zugleich könnten weitere ursprüngliche Abzüge ausgesondert werden, um das Konvolut noch stärker zu komprimieren.
Dokumentenscanner mit automatischem Einzug
Die verbleibenden Bilder aus den Auftragstaschen wurden mit einem Dokumentenscanner mit automatischem Einzug (Fujitsu fi-6130) digitalisiert. Das ging erstaunlich gut, die Qualität ist für das schnelle Verfahren erstaunlich hoch, wenn man die Scanzeilen mit einem Staubwedel (Dustervon Swiffer) sauber hält, damit keine Streifen entstehen. Die Prints wurden auf der Rückseite mit den jeweiligen Filmnummern beschriftet und in einem Karteikasten gesammelt.Digitales Verzeichnis mit Indexen, Kontakten und Notizen
Nach dem Scannen der Indexe von den Auftragstaschen und den Notizen sowie dem Erstellen digitaler Kontaktabzüge konnten die Dateien zu einer PDF Datei zusammengefasst werden, die einen sehr guten Überblick über das Werk bietet.
Die PDF-Datei enthält ein getipptes Inhaltsverzeichnis und alle handschriftlichen Notizen zu jedem Film. Handschrift ist nicht immer leicht lesbar. So kann jeder selbst überprüfen, ob die getippten Infos mit den Notizen oder Interprationen von Thomas Gade übereinstimmen.
Technische Herausforderung Mikroskop-Fotografie
Das Fotografieren durch Mikroskope erfordert eine präzise mechanische und optische Anpassung, damit das Bildformat voll ausgeschöpft wird und die Schärfe über die gesamte Fläche erhalten bleibt. Franz Baake erstellte Belichtungsreihen. Sobald er ein geeignetes Motiv fand, nahm er es mit unterschiedlichen Belichtungszeiten auf. Heute wäre dieser Prozess einfacher. Die digitale Fotografie erlaubt eine unmittelbare Ergebniskontrolle. Laufende Kosten für Filmmaterial und Entwicklung fallen nicht an.Analoge Kosten, damals und heute
Damals hingegen waren Filme noch vergleichsweise günstig. Eine Kleinbildpatrone kostete kaum mehr als fünf Euro, insbesondere in preiswerten Doppel- oder Dreierpacks in Drogerien oder Fotogeschäften. Die Entwicklung inklusive Indexprint und 13 × 18-Abzügen schlug mit etwa 7–10 Euro zu Buche. Hinzu kamen Kosten für das Scannen zahlreicher Bilder, die meist von Foto Meyer in Berlin auf CDs oder DVDs geliefert wurden. Außerdem bestellte Baake zusätzliche Abzüge, die außerhalb der Auftragstaschen archiviert wurden. Bei rund 100 Filmen dürften die Basiskosten für Material, Entwicklung und erste Abzüge zwischen 1000 und 1500 Euro gelegen haben.Würde man ein solches Projekt heute (2025) analog wiederholen, etwa mit Kodak Gold 200, lägen allein die Kosten für 100 Filme bei rund 1000 Euro. In Baakes bevorzugtem Fotogeschäft, Foto Meyer, kostet die Filmentwicklung aktuell 5 € plus 35 Cent pro 13 x 18 Abzug. Drogerien bieten sie deutlich günstiger an, sind aber nicht so schnell. Scans würden heute direkt für 5–20 Euro pro Film je nach Anbieter und Auflösung mitbestellt.
Die weiteren Folgekosten unterscheiden sich kaum von der digitalen Fotografie.
Mehrere Ausstellungen
Franz Baake stellte seine Bilder mehrfach in Berlin aus, zum Beispiel bei Foto Meyer, im Kabarett „Die Wühlmäuse“ von Dieter Hallervorden oder im Kunstraum des Terzo Mondo. In der Presse sowie auf den Websites der betreffenden Veranstaltungsorte gibt es dazu einige Mitteilungen.Nutzung und Verkäufe
Dadurch ergaben sich auch Bildverkäufe. Franz Baake bot seine Bilder auch Unternehmen an, deren Produkte er unter dem Mikroskop fotografiert hatte, unter anderem Coca-Cola oder Dr. Oetker.Bewertung der Mikrofotos
Vor einigen Jahren stellten wir bereits 6x6 Dias aus den 1960ern von Franz Baake vor, die einen hohen dokumentarischen Wert haben. Die viel später entstandenen Mikrofotos sind ganz anders einzuordnen. Sie sind weder historische Dokumente, die einen zeitgeschichtlichen Ausschnitt konservieren, noch Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung. Sie zeigen Sehenswürdigkeiten im Mikrokosmos, in dem alltäglicher Stoffe ganz anders aussehen als sonst.
Farbenprächtiges Bild. Mehr als ein einfaches Mikroskop mit Kameraadapter braucht man dafür eigentlich nicht.
So erscheinen die kleinen weißen Kristalle von Salz oder Zucker unter dem Mikroskop mithilfe eines Polfilters als farbenprächtige Motive mit geometrischen Strukturen. Ein Glas Rotwein kennt jeder, doch dass sich darin winzige, bizarre und vielfach bunte Objekte verbergen, entgeht dem bloßen Auge. Überraschend ist dabei, dass Baake in verschiedenen Weinsorten völlig unterschiedliche Strukturen fand. Auch Medikamente, Tränen, Urin, Reinigungsmittel oder alte Fotochemikalien lieferten ihm faszinierende Bildwelten. Pflanzen- oder Tierpräparate interessierten ihn nicht. Er konzentrierte sich auf Materialien, die leicht zur Hand waren. Dass diese Arbeit ästhetisch überzeugende Ergebnisse lieferte, belegen Bildverkäufe und die Nutzung seiner Bilder zur Herstellung von Damenbekleidung.
Baake verfügte über die nötigen Kenntnisse, um am Mikroskop mit analoger Fototechnik souverän zu arbeiten. Sein Werk kann andere inspirieren, seinem Beispiel zu folgen und neue visuelle Eindrücke von Stoffen zu gewinnen, die uns täglich umgeben. Dabei spielt es keine Rolle, ob wir heute analog oder digital fotografieren. Beides ist möglich. Durch den festen Aufbau des Mikroskops sind moderne Features wie Bildstabilisierung oder hohe Lichtempfindlichkeit ohnehin bedeutungslos.
Analoge Technik bietet jedoch eine hohe Authentizität gegenüber der schwindenden Wahrheitstreue digitaler Bilder. Das ist bei Motiven, bei denen wir digitale Manipulationen gar nicht merken würden, besonders hervorzuheben. Allerdings zeigt dieser Bericht auch, dass analoge Ergebnisse viel mehr Platz brauchen als moderne Speicher, die außerdem federleicht sind und sich leicht zur Sicherung verlustfrei kopieren lassen.